Plötzlich höre ich jemanden im Nebengang husten. Instinktiv ziehe ich den Kopf ein. Mist, denke ich. In diesen Gang muss ich auch gleich noch. Es klingt nach trockenem Reizhusten. Ob sich so der gefürchtete Corona-Husten anhört? Hoffentlich hat dieser Mensch nicht das Coronavirus. Solche und ähnliche Gedanken drängen sich in meinem Gehirn sofort auf, wenn ich im Augenblick einkaufen bin.

 

Corona oder eher Covid-19

Seit ein paar Wochen gibt es kaum ein anderes Thema und unser Alltag ist zu einer Bewährungsprobe im sozialen Miteinander geworden. Schulen und Kitas sowie alle Freizeiteinrichtungen, Restaurants und Spielplätze sind geschlossen. Wir dürfen uns Personen, mit denen wir im Alltag nicht zusammenleben, max. 1,5 m nähern. In ganz Deutschland herrscht das Kontaktverbot und teilweise Ausgangssperren. Das sind ein paar der strengen Maßnahmen in Zeiten der Corona Pandemie. Damit wir Zeit gewinnen, um unser Gesundheitssystem auszubauen, Schutzkleidung zu organisieren, und die Anzahl an infizierten Personen zu verlangsamen, gibt es seit einigen Tagen strikte Anweisungen und Verhaltensregeln.

 

Freiheitsbeschränkung

Unsere persönliche Freiheit ist vom Staat beschränkt worden, um Menschenleben zu retten. Das Leben, welches wir bis vor einigen Tagen kannten, ist aus den Angeln gehoben und auf unbestimmte Zeit auf Eis gelegt. Das öffentliche und soziale Leben, bis auf notwendige  Erledigungen auf Null gefahren. Wir mussten Freiheit gegen Sicherheit tauschen und dennoch fühlen wir uns gerade alles andere als sicher.

 

Herausforderung Corona

Wie der ganze Alltag, wird auch das Einkaufen zu einer bisher nicht gekannten Herausforderung. Abstand halten, so wenig wie möglich anfassen, und besonders die Finger aus dem Gesicht lassen.

Ich spüre hinter mir einen Lufthauch und ärgere mich, dass die Gänge in diesem Lebensmittelladen so eng sind. Ich halte automatisch die Luft an und wäre am liebsten ins Regal hineingekrochen, um Abstand zwischen mich und dem Fremden hinter mir zu schaffen. In meinem Kopf ist jeder, der hier herumläuft, jeder,der mir begegnet, potenziell mit dem neuen Virus infiziert.

Vereinzelt sehe ich Menschen, die sich einen Mundschutz umgebunden haben und die Einmalhandschuhe tragen. Wenn die Lage nicht durchaus Ernst wäre, würde ich vermutlich denken, dass diese Menschen ihren Zwängen erlegen sind. Aber zur Zeit gehört es zur gesamten Situation dazu. Wenn du dich selbst und auch andere Menschen und die Menschen in den systemrelevanten Berufen schützen möchtest, dann sind Mundschutz und Handschuhe eine gute Wahl.

 

Und es ist real

Ich komme mir vor wie in einem Film. Und dennoch ist es real, dass sich unser gesellschaftliches Leben so plötzlich geändert hat und wir alle noch nicht wissen, wann wir wieder zu einem normalen sozialen Leben kommen werden. Welche gesellschaftspolitischen und wirtschaftlichen Auswirkungen die Coronakrise haben wird, bleibt abzuwarten.  Auch wenn ich aus ganzem Herzen verstehe, warum diese einschränkenden Maßnahmen sinnvoll und wichtig sind, gibt es mir gleichzeitig zu denken, wie schnell es in einer Demokratie gehen kann, persönliche Rechte und die Freiheit der Bürger zu begrenzen, wenn es der Zustand erfordert. Ich hoffe für die Zukunft, wenn dieser ganze Wahnsinn vorüber ist, dass wir solch freiheitsbeschränkende Maßnahmen nicht noch einmal erleben müssen.

Bleibt gesund und passt auf euch auf.