Vor einigen Tagen lief auf ARD der Dokumentarfilm „die Elternschule.“ Hier mein Statement dazu: Geht gar nicht dieser Film. Ich konnte ihn nicht bis zum Ende schauen…

Ich arbeite selbst mit jungen Eltern und dachte ich „müsste“ ihn sehen, um auch Stellung beziehen zu können. Die ersten 40 Minuten habe ich mich da durch gequält und dann abgebrochen. Das, was da gezeigt wird, kann ich mir nicht anschauen, und schon gar nicht befürworten.

Kinder sind Wunder

Kinder sind so wunderbare Wesen, die unsere Liebe und unseren Schutz brauchen. Und wir Eltern sollten ihnen genau das geben. Liebe und Schutz. Wir sind ein Hafen, an dem unsere Kinder liebevoll empfangen werden und auftanken können, um mit neuer Kraft und Selbstvertrauen die Welt zu erkunden. Dieses Trennungstraining….geht gar nicht. Wir Eltern sind die Seelenbegleiter unserer Kinder. Da braucht es kein Trennungstraining, sondern genau soviel Sicherheit und Liebe, wie jedes einzelne Kind es braucht. Manche sind sehr abenteuerlustig und brauchen nicht viel Unterstützung. Sie sind schon recht früh unabhängig. Sie erkunden die Welt gerne selbst auf eigene Faust. Andere Kinder sind vorsichtig und brauchen die Sicherheit von uns Eltern, um die Welt zu erkunden. Sie brauchen uns Eltern und sie brauchen Ermutigung und ganz viel Lob. Aber sie brauchen keine Schocktherapie mit Trennungstraining usw. Das kann nach hinten losgehen und die kleinen Menschlein traumatisieren und verängstigen.

Jedes Kind ist einzigartig

Jedes Kind hat sein eigenes Tempo. Jedes Kind hat sein Tempo, um erste selbstständige Schritte ins Leben zugehen. Unsere Aufgabe als Eltern ist es, diese Schritte liebevoll und geduldig zu begleiten und nicht, sie mit der Brechstange einzufordern. Der Film „Elternschule“ ist für Eltern mit kleinen Kindern nicht zu empfehlen. Er verweist auf veraltete Erziehungsmethoden und zeigt nicht liebevolle Strategien.

Was der Film Elternschule nicht ist:

„Elternschule“ zeigt nicht, wie Eltern ihre Kinder liebevoll beim Großwerden begleiten können, sondern zeigt, wie Kinder funktionieren müssen und sich dem Willen ihrer Eltern anpassen müssen. Es wird nicht einmal nach dem Bedürfnis hinter dem Verhalten des Kindes gefragt. Da heißt es nur, dass das Kind die Eltern manipulieren wolle. Dabei können Kinder noch nicht für sich selbst sorgen, geschweige denn bewusst manipulieren. Sie können sich weder körperlich mit Essen und Schlafen versorgen, noch können sie die emotionalen Grundbedürfnisse in Eigenregie erfüllen. Gerade kleine Kinder sind von uns Erwachsenen abhängig. Sie sind von darauf angewiesen, dass wir ihnen das geben, was sie brauchen.

Die Welt ist für kleine Menschlein überwältigend

Auch von Gefühlen sind Kinder oft überwältigt und haben noch keine Worte dafür. Kleine Kinder äußern ihre Gefühle durch ihr Verhalten. Unsere Aufgabe als Eltern ist es, das Bedürfnis hinter dem Verhalten unseres Kindes zu erkennen und ihm zu helfen, das Bedürfnis zu stillen. Kinder sind wundervolle Wesen und sie sind vollwertige Menschen, auch wenn sie noch klein und unerfahren mit der Welt sind. Kinder sind Geschenke, die uns das Leben geschenkt hat und die wir ins Leben begleiten dürfen.
Und das sollten wir mit ganzem Herzen tun. Sie haben es verdient.

Alles Liebe,
Martina