Das schöne sonnige Wetter, lockt die Menschen nach draußen. Und trotz Empfehlungen keine öffentliche Plätze aufzusuchen und sich mit anderen zu treffen, ist es fast so, als würde es keine Corona-Krise geben. Als ich gestern an einem Eiscafé vorbei kam, habe ich für einen Moment vergessen, dass wir uns in einem Ausnahmezustand befinden. Dicht an dicht saßen die Menschen dort an Tischen vor dem Café  und lachten und genossen ihr Eis. Ähnliche Anblicke, lese ich grad in vielen Zeitungsartikeln. Doch wie wir uns heute verhalten, hat Einfluss auf die Geschehnisse von „morgen“. Forscher und Wissenschaftler warnen: Wenn wir uns jetzt nicht zurückhalten, dann wird eine Situation , wie sie in Italien seit Wochen herrscht, auch hier immer wahrscheinlicher.

 

Wacht endlich auf!

Jetzt in der Corona Krise zählt nicht die Freiheit jedes einzelnen, sondern der Dienst an der Gesellschaft. Wir können diese Krise nur überwinden, wenn wir für eine gewisse Zeit unser Ego hinunter schlucken und das tun, was jetzt für uns als Gesellschaft, als Gemeinschaft wichtig und richtig ist. Auch wenn das mit zahlreichen Einschränkungen unserer persönlichen Freiheit einhergeht. Doch hier geht es um größeres. Es geht darum, ältere Menschen, Immungeschwächte und Kranke zu schützen, die von diesem Virus oftmals so stark betroffen sind, dass sie auf einer Intensivstation beatmet werden müssen und ggf. an den Folgen des Virus sterben können.

 

Die entscheidenden 14 Tage und die gefährliche Folge

Das Tückische an dem neuartigen Coronavirus ist, dass du andere Menschen anstecken kannst, obwohl du noch keine Krankheitssymptome hast. Bei den meisten, die bisher erkrankt sind, haben sich nach 5-7 Tagen die ersten Symptome gezeigt. Es kann aber auch bis zu 14 Tage dauern, bis jemand überhaupt Symptome hat. In dieser Zeit kannst du schon einige andere Menschen mit dem Virus angesteckt haben. Wenn wir jetzt nicht zusammenhalten, wenn es immer noch Menschen da draußen gibt, die meinen, einen Egotrip fahren zu müssen, wird über kurz oder lang unsere Gesundheitsversorgung zusammenbrechen. Wenn das geschieht, können schwer kranke Menschen nicht mehr richtig behandelt und versorgt werden. Die lebensrettenden Beatmungsplätze würden für die Menge an Schwerstkranken, mit Atmungsproblemen nicht ausreichen. Die medizinische Versorgung würde komplett zusammen brechen.

 

Ziel der einschränkenden Maßnahmen

Natürlich ist es mit Opfern für jeden einzelnen verbunden, und dennoch sind im Augenblick genau diese Einschränkungen in unsere persönliche Freiheit vonnöten, damit unsere Ärzte, Krankenschwestern und andere medizinischen und ordnungsregulierenden Berufsgruppen ihre Arbeit machen können und den betroffenen Menschen helfen können. Ziel aller auferlegten Maßnahmen ist es, eine Ausbreitung mit dem Coronavirus zu verlangsamen, damit die medizinische Versorgung der Erkrankten aufrecht erhalten bleiben kann. Bitte helft mit und haltet die Empfehlungen von oben ein. Viel zu Hause zu bleiben, ist zwar eine persönliche Einschränkung, aber sie kann Leben retten.

 

Lasst uns solidarisch sein

Zur Zeit haben wir noch die Möglichkeit uns freiwillig solidarisch zu zeigen und aufgrund von den Gegebenheiten mitzuwirken und so zur Reduzierung und Eindämmung des Virus zu sorgen.
Fakt ist: Wenn wir nicht anhand von unseren eigenen moralischen Grundsätzen den Einschränkungen nachkommen, werden wir nicht nur andere, schwächere Mitglieder unserer Gesellschaft gefährden, sondern letztlich hat das Gesundheitsamt und der Staat die Macht, unsere Ausgehzeiten zu reglementieren. Im Notfall ist das erforderlich, um Zeit zu gewinnen, damit eine gewisse medizinische Versorgung aufrecht erhalten werden kann.

Denn, wenn wir so wenig Kontakt wie möglich zu anderen Menschen haben, stecken sich weniger in einem festen Zeitrahmen an, als, wenn wir alle in Horden aufeinander hocken.

 

Es ist Zeit zusammenzuhalten

Noch haben wir die Wahl: Arbeiten wir freiwillig mit und leisten unseren Beitrag an der Corona-Krise 2020 oder warten wir ab, bis es wirklich Ausgangssperren und ggf. andere Einschränkungen wie z.B. reglementiertes Einkaufen und ganze Abriegelungen von Gemeinden und Städten gibt. Ich finde, es ist schon genug geschehen. Es ist Zeit zusammenhalten. Als Land, als Volk, als Mütter und Väter, als Familien  und Gemeinschaften. Wir werden diese Krise meistern können, doch nur, wenn wir das tun, was jetzt in dieser Zeit getan werden muss.

Mir fällt es auch nicht leicht, dass öffentliche gesellschaftliche Leben loszulassen und für eine gewisse Zeit ruhen zu lassen. Und dennoch weiß ich, bin ich von ganzem Herzen überzeugt, dass es das wert ist und einem guten Zweck dient, sein Ego einmal still werden zu lassen und unter die Oberfläche zu schauen, was wirklich wichtig ist im Leben.

 

Wie ich die Corona-Krise sehe

Corona verstehe ich mittlerweile als Aufruf, wieder mehr zu schauen, was kann ich für die Gemeinschaft tun. Wie kann ich der Gemeinschaft dienlich sein? Es geht in dieser Gesundheitskrise nicht um den Einzelnen, sondern darum wie wir alle gemeinsam dafür sorgen können, mit möglichst wenig Schaden und möglichst wohlbehalten durch diese Krise zu kommen.

Ich sehe in Corona mittlerweile eine Chance. Eine Chance Verantwortung zu übernehmen. Jeder für sich selbst und für sein Leben, aber auch für das Leben anderer. Jetzt ist die Zeit füreinander einzustehen und sich gegenseitig zu schützen, um gemeinsam das Virus zu bekämpfen und in Schach zu halten, damit es nicht unsere gesamten medizinischen Kapazitäten weit überschreitet und viele erkrankte Menschen keine notwenige Behandlung erhalten können. Das wäre der Zusammenbruch unserer Gesundheitssystems und es würde uns wesentlich mehr Opfer abverlangen, als wenn wir jetzt alle einen Schritt zurücktreten und uns alle im gesellschaftlichen Bereich zurücknehmen.

 

Krise als Chance

Wenn wir diese Krise wirklich nutzen, dann kann sie eine Chance sein zu mehr Achtsamkeit mir uns und mit anderen Menschen. Corona bremst uns aus, entschleunigt unser Leben und lässt uns bewusst werden, was wirklich wesentlich ist. Es ist eine medizinische und gesellschaftliche Krise, die uns zum Umdenken und zur Einkehr ruft. Corona zeigt radikal auf, worum es im Leben geht. Es geht darum, gemeinsam für eine Sache einzustehen, es geht darum füreinander einzutreten. Es geht darum, schwächere und alte Menschen, chronisch Kranke und Kinder zu schützen und zu tun, was nötig ist, damit wir alle wohlbehalten leben können.

Am Anfang habe ich mich auch gesträubt und wollte nicht, dass unser Leben plötzlich von außen so reglementiert wird, wegen einer Erkrankung, die in den meisten Fällen milde verläuft. Doch dann habe ich verstanden, worum es wirklich geht und warum die jetzigen Einschränkungen nicht nur sinnvoll, sondern absolut notwendig sind, um die Ansteckungsrate möglichst niedrig zu halten, damit die Menschen, die schwer an diesem Virus erkranken, auch in Krankenhäusern noch ordnungsgemäß behandelt werden können. Ich möchte nicht, dass unser Land in eine Situation kommt, bei der Ärzte und anderes medizinisches Fachpersonal entscheiden müssen, wen sie behandeln und wen sie leider schweren Herzens sterben lassen müssen, weil es z.B. nicht genug Betten mit einem Beatmungsgerät gibt. Ich möchte nicht, dass man so eventuell über Menschen entscheiden muss, die ich kenne und liebe. Deshalb bin ich bereit, alle Einschränkungen, die empfohlenen oder uns auferlegt werden mitzutragen. Es ist unsere Aufgabe, unsere Gesellschaft mit zu schützen. Es ist unsere Aufgabe einen Beitrag zu dieser medizinischen und gesellschaftlichen Krise zu leisten.

Bitte mach du auch nach deinen Möglichkeiten mit.

Hinterlasse mir gerne einen Kommentar. Ich bin gespannt auf deine Meinung.